Tahar Ben Jeloun, der Einschnitt

22.50

Dieses Buch ist eine Provokation, und doch handelt es von etwas erschreckend Alltäglichem. Als bei Tahar Ben Jelloun Prostatakrebs diagnostiziert wurde, beschloss er, darüber zu schreiben. Ob ihm bewusst war, dass er damit an eines der letzten Tabus rührte? Anders als bei den „weiblichen“ Krebsarten, die schon lange autobiographisch-literarisch verarbeitet werden, gab es noch keinen Schriftsteller von Rang, der über seine persönliche „Entmännlichung“ berichtet hätte. Die Angst vor der Bloßstellung war groß genug, dass auch Jelloun sich zunächst des alten Kniffs bediente, die Geschichte eines „Freundes“ zu erzählen. Nur so schaffte er es, die Ängste und Schrecken, die mit diesem Krebs und seiner Behandlung verbunden sind, mit der nötigen Distanz zu schildern.

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